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Arminiusmarkthalle in Berlin-Moabit: Heiße Kandidatin für die erste Zunft[halle]

(Oliver Selaff SE 03. Juni 2010) Arminius, der Feldherr, der das römische Heer schlug … kannten Sie den? Dann vielleicht (auch) seine Frau … Tusnelda? Ich dachte bis dato auch immer, das sei im Norden Deutschlands ein Gattungsbegriff für Frauen ;-) . Spaß beiseite …

Ich hatte Anfang Mai die Gelegenheit mir die Arminiusmarkthalle einmal aus der Nähe anzusehen … von den Kopfbauten, über die eigentliche Halle bis hinab zu den Kellern – an einem Samstag-Mittag sogar live und in Betrieb. Dabei sind folgenden Bilder entstanden:

Wenn Sie die Bilder betrachten fallen Ihnen sicher Gegensätze ins Auge: Trash, teils morbide anmutende Strukturen, old fashioned Stile, Bausünden, verdeckte Schönheiten, …. Genau das macht die Halle aus, diese Mischung aus ihrem Potential und ihren Wunden – zusammen mit einer Vielzahl an Dingen, die entwickelt werden wollen. Bevor wir tiefer in dieses Thema eintauchen, etwas zum Stand der Dinge …

Das Projekt “Zunft[halle] Arminiusmarkthalle” steht kurz vor “LOS”. Noch Anfang Juni könnte der Startschuss fallen: Die Konzeption steht, die Finanzen auch, die vorbereitenden Gespräche sind geführt und es gibt deutlich mehr Interessenten als Plätze für die Mitwirkung an diesem “Neuen Dritten Ort”. Es ist geplant die Halle in den Monaten August/September teilweise für einen Umbau zu schließen, um dann im Oktober die Zunft[halle] eröffnen zu können. Die Umbaumassnahmen orientieren sich streng an den historischen Vorgaben und passen sich an vorhandene Strukturen an. Wir möchten der Halle ihre alte Würde, ihren Charme zurück geben. Das hat die höchste Priorität.

So werden auf den vorhandenen “Inseln” sog. Kuben (engl. Cube) aus Holz und Glas errichtet, die einen Großteil der vorhandenen Mieter aufnehmen werden. Dort wo es geht, werden wir zugesetzte Lichtschächte wieder öffnen, alte Blickbezüge wieder ermöglichen. Wir haben uns vorgenommen nicht alles auf einmal sondern die Punkte Stück für Stück werden zu lassen. So wird zur Eröffnung im Oktober nicht alles geleckt, austauschbar, Hochglanz und clean sein … erwarten Sie kein Einkaufscenter a la ECE. Wir möchten zusammen mit den Mietern, den Besuchern und Kunden der Halle gestalten, entwickeln, verändern, wachsen. Die Halle ist ein Ort mit Brüchen, mit Gegensätzen … und bietet damit Boden und Gelände für Ideen, Kreativität, neue Strukturen … für die Rückkehr auch von Sinn und Wert.

Dieser Ansatz macht auch schnell klar, dass die Ängste vor einem Konsumtempel, Schicki-Micki-Vertretern, Schampus & Kaviar vollends unbegründet sind. Hier soll Bestehendes entwickelt und nicht verdrängt werden. Wir möchten zurück zu den Wurzel und einen neuen, spannenden Zögling auf alten Strukturen zum Wachsen verhelfen – und das immer im Kontext mit den Menschen, die die Halle täglich nutzen. Natürlich auch mit denen, denen ein solches Projekt am Herzen liegt und deshalb – gerne auch neugierig – weite Anfahrten in Kauf nehmen. Dieser Ort wird offen sein … für Neues und Altes.

Und dieser Ort wird nicht nur eine reale sondern auch eine virtuelle Abbildung finden … damit all die Freunde, die wir hoffen zu gewinnnen und zu überzeugen, überall und jederzeit an den spannenden Produkten und Anbietern in der Halle ihre Freude haben können.

Dürfen wir Sie Ende 2010 auch zu unseren Entdeckern zählen?

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